So schaffen Spitäler Sicherheit in der Medikation

Kombination von UpToDate® und Lexicomp® bringt Behandlung auf eine einheitliche Linie

Hamburg, 19. August 2020 – Schweizer Spitäler vertrauen auf UpToDate: Das Wissenssystem hilft Ärzten, Diagnosen zu beschleunigen und zu präzisieren, und unterstützt bei der Therapiestellung. Jetzt hat Wolters Kluwer die Zusammenarbeit der Expertenteams von UpToDate und dem Medikations-Tool Lexicomp intensiviert, um das gesamte Behandlungsteam – vom Arzt über das Pflegepersonal bis hin zum Apotheker – zu unterstützen, harmonisierte klinische und medikationsspezifische Entscheidungen zu treffen.

Medikationsfehler stellen ein enormes Problem dar – in der Schweiz ebenso wie in anderen Ländern. Schätzungen gehen davon aus, dass acht bis 15 Prozent1 der Spitalpatienten von einem unerwünschten Arzneimittel-Ereignis betroffen sind: Sie leiden unter Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Medikamenten. Auch weitere Zahlen erschrecken: Rund 20.000 Spitaleintritte2 erfolgen laut einer Erhebung der Schweizer Stiftung für Patientensicherheit aufgrund direkter bzw. indirekter Folgen eines vermeidbaren Medikationsfehlers.

Wie kommt es zu Medikationsfehlern?

Vom Anordnen über das Richten/Stellen hin zum Dokumentieren, Verabreichen und Einnehmen von Arzneimitteln: Die Ursachen für die hohen Risiken sind vielfältig. Sie sind zum einen bei Medizin und Pflege zu finden – aufwändige Arbeitsprozesse, Überlastung des Personals, Medienbrüche und Missverständnisse in der Informationsweitergabe zwischen dem Personal der verschiedenen Arbeitsschichten und Abteilungen sowie schwer lesbare Unterlagen spielen hier eine Rolle. Vielerorts mangelt es an einer Prüfung auf Interaktionsrisiken verordneter Arzneimittel.

Eine weitere Ursache liegt in der mangelnden Transparenz der Polymedikation, etwa bei Chronikern: Ein Viertel bis die Hälfte aller Patienten über 65 Jahre nimmt mindestens fünf Medikamente gleichzeitig ein, so die Schätzung der Stiftung für Patientensicherheit – bei Menschen in Pflegeheimen werden es im Durchschnitt bis zu zehn sein.

Konsequenzen für Patienten, Leistungserbringer und Gesundheitssysteme

Zu den signifikanten Folgen zählen eine verlängerte Therapiedauer und eine erhöhte Komplexität der Therapie. Hiermit einher gehen längere Liegezeiten, erhöhte, typischerweise unvergütete Zusatztherapien sowie Opportunitätskosten hinsichtlich des Patientendurchsatzes. Für Patienten vermindert sich durch komplexere und längere Therapien sowie durch nicht erreichte Outcome-Ziele die Lebensqualität.

So werden beispielsweise für Deutschland die Mehrkosten für diese gravierenden Fehlentwicklungen von Experten auf umgerechnet mehr als 20 Milliarden Franken3 beziffert. Die Arzneimitteltherapie verdient also ein deutlich größeres Augenmerk in der Leistungserbringung. Die Politik hat den Handlungsbedarf erkannt: Im März 2019 hat der Nationalrat eine Motion zum «Recht auf einen Medikationsplan» angenommen. Das Projekt zur Motion soll Kosten sparen und Leben retten. Die Zeit ist reif, gut und schnell für Transparenz zu sorgen – so der Tenor in der Branche. Neben verbesserter Kommunikation unter Behandlern können hier digitale entscheidungsunterstützende Systeme einen maßgeblichen Beitrag zur Lösung leisten.

Medikationssicherheit durch Arzneimitteldatenbank

Schweizer Mediziner profitieren bei ihren klinischen Entscheidungen seit vielen Jahren vom Wissenssystem UpToDate. Ebenso wie Spitalsapotheker können sie nun auch ihre Medikationsentscheidungen mittels moderner, leicht zugänglicher Informationsquellen absichern: Die Arzneimitteldatenbank Lexicomp von Wolters Kluwer liefert zuverlässige und evidenzbasierte Informationen zu Dosierung und Verabreichung ebenso wie eine Wechselwirkungsanalyse. Im Zusammenspiel mit UpToDate wird die klinische und medikationsspezifische Entscheidungsfindung entlang der «Patient Journey» so zusammengeführt. Gemeinsam greifen die Behandler auf aktuelles Wissen aus einer zuverlässigen Quelle zu. Sucheingaben sind in Deutsch, Französisch und Italienisch und weiteren Sprachen möglich.

Das digitale pharmazeutische Wissen, das mittels Lexicomp direkt am Ort der Behandlung zur Verfügung steht, ist dank der «Clinical Insights» von UpToDate noch attraktiver geworden. Mediziner und Pharmazeuten haben zusammengearbeitet, um mit verbesserten Algorithmen und maschinellem Lernen Ärzten, Apothekern und Pflegenden den Zugang zu evidenzbasierten Informationen noch effizienter zu gestalten. Auf Basis eines «Playbooks» hilft die Vereinheitlichung der Inhalte von UpToDate und Lexicomp insbesondere, unerwünschte Varianz in der Behandlung zu reduzieren.

Ob als Online-Version, mobile App oder in das Kundensystem integriert – Lexicomp unterstützt Entscheidungen mit einer breiten Vielfalt an Features – darunter mit einer Wechselwirkungs- und Verträglichkeitsanalyse, mit medizinischen Rechenfunktionen, Informationen zur IV-Kompatibilität4, mit Arzneimittelvergleichen und der Bestimmung von Arzneimitteln.

Beispiel: richtige Dosierung bei beeinträchtigter Nierenfunktion

Häufig tritt bei Patienten mit gesundheitlichen Problemen eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion auf. Laut Studien können Medikamentendosierungen, die diese Bedingungen nicht berücksichtigen, ernste Probleme bei der Versorgung im stationären Bereich mit sich bringen, wie etwa Krämpfe. Für Verordner ist es schwierig, mangels konsistenter Informationen die angemessene Dosis zu bestimmen. Hier greift Lexicomp mit spezifischen Empfehlungen.

Passende Antwort auf Forderungen von Vertretern der Politik und Patientensicherheit

Systeme zur Unterstützung der klinischen Entscheidungsfindung wie UpToDate haben sich inzwischen etabliert. Hand in Hand mit Lexicomp, der digitalen Lösung zur Absicherung der Medikationsentscheidung, sowie der verstärkten Einbindung des Patienten sorgen sie für höhere Transparenz und Sicherheit. Dank erhöhter Versorgungsqualität ermöglichen sie maßgebende Kosteneinsparungen, bessere Outcomes und eine höhere Patientenzufriedenheit.



Quellen:
1 https://www.luzernerzeitung.ch/schweiz/medikationsplan-soll-kosten-sparen-und-leben-retten-ld.1114201
2 https://primary-hospital-care.ch/article/doi/phc-d.2017.01671
3 Marktforschungsinstitut IMS Health (2013)
4 Kompatibilität intravenös zu verabreichendem Arzneimittel: Beinhaltet Trissel's™ 2 Clinical Pharmaceutics Database von Lawrence A. Trissel




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